Mönchengladbach: Kleindienst kritisiert Team nach Elversberg-Niederlage

"Haben es verschissen": Kleindienst teilt gegen eigenes Team aus

Enttäuschung nach verspielter Führung

Nach der 3:4-Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den SV Elversberg äußerte sich Stürmer Tim Kleindienst deutlich kritisch gegenüber seiner Mannschaft. Die Borussia hatte eine 3:1-Führung verspielt, was zu großer Frustration führte. Kleindienst, der sich nach dem Schlusspfiff zunächst mit vielen anderen Spielern direkt in Richtung Kabine begeben hatte, sprach später noch lange mit den Ultras.

Die Niederlage gegen den Bundesliga-Neuling markierte einen Fehlstart in die neue Saison für Mönchengladbach, die nach zwei Spielen null Punkte und bereits sieben Gegentore aufweisen. Die Euphorie, die nach den starken Eindrücken vor dem Spiel gegen Leipzig herrschte, ist nach der Wende-Blamage gegen Elversberg stark gedämpft.

Kritik an jungen Spielern und mangelndem Fokus

Kleindienst richtete seine Kritik insbesondere an die jüngeren Spieler im Team. Er betonte, dass jeder Fehler mache und jung gewesen sei, forderte aber, dass die Spieler im Spiel lernen sollten. „Alle sollten schleunigst mal irgendwie unseren Fokus so hochfahren, dass der auch 90 Minuten hält“, so Kleindienst. Er spekulierte über mögliche Ablenkungen: „Weniger Tiktok gucken, oder was weiß ich. Ist mir eigentlich wurscht, was sie machen.“

Der Stürmer zeigte sich fassungslos über den Einbruch nach der Führung. „Ich habe keine Worte dafür. Wir haben es verschissen. Es geht definitiv in die falsche Richtung“, erklärte er. Er forderte von seinen Mitspielern, dass sie „am Ende irgendwas machen, dass sie die 90 Minuten klar bei Verstand sind und dann 90 Minuten durchhalten und den Fokus hochhalten.“

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imago1082400598h Credit: n-tv.de

Reaktionen im Verein und bei den Fans

Auch Trainer Eugen Polanski zeigte sich nach der Niederlage bedient. Er äußerte Verständnis für den Frust der Fans, die den Einbruch mit einem lauten Pfeifkonzert quittierten. Polanski betonte, dass die verlorenen drei Punkte noch mehr schmerzten als die Pfiffe, da sie die Stimmung kippen ließen. Er könne der Mannschaft in Sachen Intensität oder Einstellung nichts vorwerfen, doch man müsse sich cleverer anstellen. „Dass wir nach einer 3:1-Führung drei Tore kassieren – da müssen wir jeden Fan verstehen, dass das kein schöner Fußball-Nachmittag ist“, so der Trainer.

Manager Rouven Schröder ging nach dem Spiel mit einigen Spielern zur Kurve, war aber mit der Reaktion der übrigen Profis, die sich direkt in die Kabine begaben, nicht einverstanden. Er führte eine Diskussion mit Kapitän Kleindienst. Schröder betonte die Wichtigkeit, trotz des Drucks nach zwei Spieltagen klar zu bleiben und nicht „völlig durchzudrehen und alles in Schutt und Asche zu legen.“

Die Rückkehr der Krise

Die Vorbereitung der Borussia lief vielversprechend, doch der Start in den Bundesliga-Alltag wird als Albtraum beschrieben. Nach dem 0:3 in Leipzig und der Niederlage gegen Elversberg scheint der Verein wieder dort angekommen zu sein, wo er nicht mehr hinwollte. Die Erinnerung an die Niederschläge und den Abstiegskampf der letzten Saison ist zurückgekehrt.

Obwohl sich Gladbach auf dem Platz deutlich giftiger und spielfreudiger präsentiert, werden zu viele Fehler gemacht. Ein Beispiel dafür war, als Ko Itakura bei einer 1:0-Führung 70 Meter vor dem eigenen Tor als letzter Mann ins Eins-gegen-Eins gehen musste. Die neue Spielphilosophie macht zwar Spaß, benötigt aber mehr Seriosität, um weitere Gegentore zu vermeiden.

Die Angst vor einem weiteren frustrierenden Jahr ist spürbar, was sich in den Reaktionen auf den Tribünen und der Mannschaft selbst widerspiegelt. Das Team war nach der eigenen Leistung nach der 3:1-Führung erschrocken und überfordert mit der Wut der Fans. Das Vertrauen in Gladbach scheint angeknackst, und der Verein steht vor dem Auswärtsspiel beim Angstgegner Freiburg, wo seit fast 19 Jahren kein Sieg mehr gelang.

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602343356 Credit: n-tv.de

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Source: n-tv.de

Sophie Wagner
Sophie Wagner

Sophie Wagner berichtet für Welt Nachrichten über Politik: Bundestag, Regierung und die Entscheidungen, die die Menschen in Deutschland betreffen.

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