Deutschlands Basketballerinnen beenden WM auf Platz vier und blicken auf EM-Qualifikation

Enttäuschung nach verpasster Medaille bei der Heim-WM
Die deutsche Frauen-Basketball-Nationalmannschaft hat die Heim-WM in Berlin auf dem vierten Platz beendet. Im Spiel um Platz drei unterlagen die deutschen Spielerinnen Spanien mit 58:81. Auch das Halbfinale gegen Frankreich ging mit 64:86 verloren. Trotz des besten WM-Ergebnisses in der Geschichte des deutschen Frauenbasketballs war die Enttäuschung über die verpasste Medaille groß. Viele Spielerinnen und Zuschauer zeigten sich nach der Niederlage emotional.
Leonie Fiebich, eine der Anführerinnen des Teams, äußerte sich kurz nach dem Spiel: „Gerade darf es wehtun. Es muss auch wehtun. Wir müssen den Schmerz mitnehmen, um besser zu werden. Als Team, aber auch als Einzelspielerinnen.“ Sie betonte, dass die Mannschaft die Erfahrung nutzen müsse, um sich für das nächste große Turnier zu motivieren. Die Mannschaft hatte zuvor erstmals ein WM-Halbfinale erreicht und auf dem Weg dorthin Europameister Belgien besiegt.
Bundestrainer Olaf Lange, der die Mannschaft im vergangenen Herbst übernommen hat und einen Vertrag bis nach den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles besitzt, zeigte sich gefasster. Er hob hervor, dass der vierte Platz ein herausragendes Ergebnis sei, das in einigen Tagen als Motivation und Inspiration dienen werde. Er sieht die Lücke zu Top-Nationen wie den USA, Frankreich und Spanien als kleiner geworden an, betonte aber auch, dass für weitere Erfolge alles stimmen müsse. Das Fehlen von Satou Sabally aufgrund einer Verletzung machte sich besonders in den Spielen gegen Spitzenmannschaften bemerkbar.
Blick auf die Europameisterschaft und die Liga-Situation
Die Entwicklung des Frauenbasketballs in Deutschland wurde durch die WM in Berlin positiv bestätigt. Das Team verfügt über eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen. Im kommenden Juni steht bereits die nächste Europameisterschaft an, bei der es neben einer Medaille auch um die ersten Schritte auf dem Weg zu den Olympischen Spielen geht. Das Fundament des deutschen Teams wird als gut beschrieben, und der Fokus liegt nun auf der gezielten Weiterentwicklung.
Im November und Februar stehen jeweils drei EM-Qualifikationsspiele auf dem Programm. In einer Gruppe mit Portugal, Ungarn und Dänemark wird die Teilnahme an der kommenden Europameisterschaft als Formsache betrachtet. Für Bundestrainer Lange dürfte dabei die weitere Feinabstimmung im Vordergrund stehen. Es bleibt abzuwarten, ob er den kompletten Kader, einschließlich aller WNBA-Profis, zur Verfügung haben wird.
Bundestrainer Lange äußerte sich kritisch zur Situation in der deutschen Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL). Er riet seinen Top-Spielerinnen offensiv dazu, die deutsche Liga zu verlassen, um sich auf höherem Niveau weiterzuentwickeln. Lange, der selbst von 1995 bis 2002 den damaligen Serienmeister Wuppertal trainierte, bemängelte, dass die Strukturen in der DBBL heute schlechter seien als zu seiner Zeit. Er betonte, dass er als Bundestrainer dafür sorgen müsse, dass die Spielerinnen ins Ausland gehen, solange sich in der Liga nichts ändert.
Die Liga wird als „halbprofessionell“ beschrieben, und die medizinischen Bedingungen bei den Vereinen wurden von Lange als „katastrophal“ kritisiert. In der Saison 2025/26 nahmen nur zehn Teams am Spielbetrieb teil, da vier sportlich qualifizierte Klubs aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Teilnahme verzichteten, darunter die Aufsteiger Göttingen, Leverkusen, Bochum und Osnabrück. Drei Spielerinnen aus der DBBL, Alex Wilke von Meister Keltern, Emma Eichmeyer aus Saarlouis und Britta Daub aus Freiburg, waren Teil des WM-Kaders.

Trotz der Herausforderungen in der Liga und im Nachwuchsbereich gibt es vielversprechende Talente. Lina Sontag, 22 Jahre alt, zeigte bei der WM herausragende defensive Qualitäten. Frieda Bühner, ebenfalls 22 Jahre alt, befindet sich in den letzten Zügen ihrer ersten WNBA-Saison und gehört bereits zu den besten offensiven Optionen im Nationalteam, hinter Fiebich und Nyara Sabally. Die 19-jährige Clara Bielefeld nahm bereits an ihrem zweiten großen Turnier teil, und es wird gehofft, dass sie am College weitere Fortschritte machen wird, um die Lücke zu den Topteams bis zur EM im kommenden Jahr weiter zu verringern.
Die Rutronik Stars Keltern, die ihre Heimspiele in der Sporthalle im Schulzentrum Dietlingen austragen, wurden deutsche Meisterinnen. Die Website des Klubs war am Montagmorgen nicht erreichbar, da sie überarbeitet wird.

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Source: tagesspiegel.de