New York: Zverev gewinnt US Open und erhält Rekordprämie

Zverevs Triumph bei den US Open
Alexander Zverev hat die US Open gewonnen und damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres gesichert. Im Finale von New York setzte sich Zverev gegen Ben Shelton durch. Dieser Sieg krönt eine erfolgreiche Saison für den deutschen Tennisspieler und bringt ihm zudem eine Rekordprämie ein.
Die US Open schütteten in diesem Jahr eine historische Siegprämie aus. Zverev erhielt für seinen Triumph eine Summe von 5,5 Millionen US-Dollar. Umgerechnet entspricht dies rund 4,75 Millionen Euro. Diese Summe stellt die höchste Siegprämie dar, die jemals bei einem Grand-Slam-Turnier an einen Champion gezahlt wurde. Bereits bei den French Open hatte Zverev einen Titel gewonnen, wofür er rund 2,8 Millionen Euro erhalten hatte. Die Prämie in New York ist somit fast doppelt so hoch.
Auch der unterlegene Finalist Ben Shelton ging nicht leer aus und erhielt 2,8 Millionen Dollar. Bei den Frauen sicherte sich Elena Rybakina nach ihrem Erfolg gegen Aryna Sabalenka dieselbe Summe wie Zverev. Die US Open sind bekannt dafür, dass die Preisgelder für Männer und Frauen traditionell in gleicher Höhe ausgeschüttet werden.
Das Gesamtpreisgeld der US Open im Jahr 2026 belief sich auf 108 Millionen Dollar, was mehr ist als bei jedem anderen Tennisturnier weltweit. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Gesamtpreisgeld um 20 Prozent. Bereits im Jahr 2025 gab es eine Erhöhung in ähnlicher Größenordnung.
Auswirkungen auf die Weltrangliste und zukünftige Ziele
Durch seinen Sieg bei den US Open ist Alexander Zverev in der Weltrangliste bis auf 1810 Punkte an Spitzenreiter Jannik Sinner herangerückt. Es besteht die Möglichkeit, dass Zverev noch in dieser Saison die Führung übernehmen könnte, insbesondere falls der Italiener, der in New York aufgrund von Kniebeschwerden absagte, auch im Endspurt der Saison fehlen sollte.
Zverev hat seinen Vorsprung auf Carlos Alcaraz, der auf Platz drei liegt, durch seinen zweiten Grand-Slam-Titel auf 4130 Punkte ausgebaut. Ben Shelton, der Finalist der US Open, verbesserte sich auf Platz vier. Weitere US-Amerikaner in den Top Ten sind Francis Tiafoe auf Rang acht und Taylor Fritz auf Rang zehn.
Der Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic, der in New York bereits in der ersten Runde ausschied, fiel erstmals seit Juli 2018 aus den Top Ten und belegt nun den zwölften Platz. Djokovic hält weiterhin den Rekord für die längste Zeit als Weltranglistenerster mit insgesamt 428 Wochen an der Spitze. Bei den Frauen hält Steffi Graf mit 377 Wochen die Bestmarke.
Für Alexander Zverev ist der Sprung auf Platz eins der Weltrangliste eines seiner verbleibenden großen Karriereziele. Bislang erreichte bei den Männern nur ein Deutscher die Spitze des Rankings: Boris Becker, der 1991 erstmals die Führung übernahm und sich insgesamt zwölf Wochen dort hielt. Michael Stich und Tommy Haas erreichten wie Zverev den zweiten Platz. Nicolas Kiefer (Rang vier) und Rainer Schüttler (Rang fünf) schafften es in die Top Ten.
Bei den Frauen übernahm US-Open-Siegerin Jelena Rybakina aus Kasachstan die Führung von ihrer Finalgegnerin Aryna Sabalenka. Die Belarussin hatte die Weltrangliste 99 Wochen lang angeführt, beendet das Jahr 2026 jedoch ohne einen Grand-Slam-Titel. Rybakina hatte neben dem Turnier in New York zu Jahresbeginn auch die Australian Open gewonnen. Die beste deutsche Spielerin im Ranking ist Tamara Korpatsch auf Platz 49.
Die Topstars des Tennis üben seit Monaten Druck auf die Grand-Slam-Turniere aus, um eine größere Beteiligung an den milliardenschweren Einnahmen zu fordern. Zu den prominentesten Befürwortern dieser Forderung gehören unter anderem Aryna Sabalenka, Carlos Alcaraz und Jannik Sinner. Die Spieler verlangen langfristig einen deutlich höheren Anteil der Erlöse sowie bessere soziale Absicherungen. Die Turnierveranstalter reagieren nun zumindest teilweise auf diese Forderungen. Neben den Rekordprämien wird erstmals ein zusätzliches Förderprogramm für Profis eingerichtet.

Für Alexander Zverev ist das Erreichen der Nummer eins der Welt ein realistisches Ziel. Bis zum Ende des Jahres muss Zverev lediglich etwas mehr als 1000 Punkte in der Weltrangliste verteidigen. Im Gegensatz dazu muss Jannik Sinner, der derzeit vor Zverev platziert ist, viele Punkte bestätigen. Der Italiener hatte Ende des vergangenen Jahres nach den US Open fünf Turniere gespielt und vier davon gewonnen, wodurch er nun 3500 Punkte holen muss, um seine Position zu halten. Dies erscheint angesichts seiner aktuellen Fitnesslage fraglich.
Ein weiteres potenzielles Ziel für Zverev könnte der Gewinn des Davis Cups sein. Zusammen mit den US Open-Finalisten im Doppel, Kevin Krawietz und Tim Pütz, muss sich Zverev vor keiner Nation verstecken, auch nicht vor Titelverteidiger Italien.
Mit dem Gewinn der US Open hat Zverev ein fast perfektes Jahr hingelegt, in dem er zwei Grand-Slam-Titel holte und ein weiteres Finale sowie ein Halbfinale erreichte. Dies gelang vor ihm nur wenigen Spielern. Zverevs Fitness, die er durch kontinuierliche Arbeit mit Fitness-Coach Jaz Green seit seiner Jugend aufgebaut hat, wird als großer Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten angesehen, obwohl er mit 29 Jahren älter ist als Jannik Sinner und Carlos Alcaraz.
Trotz seines Nachteils, seit Kindertagen an Diabetes zu leiden, hat Zverev seinen Körper gut im Griff. Seine mentale Stärke und sein Kämpfergeist haben ihm geholfen, Rückschläge zu überwinden und die fantastische Saison 2026 zu absolvieren.
Der Sieg bei den US Open ist ein bedeutender Erfolg für Alexander Zverev, der ihn seinem Ziel, die Nummer eins der Welt zu werden, näherbringt.
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Source: bild.de