Klopps erster Kader bringt nicht nur positive Überraschungen

Erwartungen an den neuen Bundestrainer
Jürgen Klopp wird am Donnerstag zum ersten Mal seine Aufstellung als Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft präsentieren. Seit seiner Nominierung nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft in den USA hat Klopp hohe Erwartungen geweckt. Er äußerte, dass er „mehr als aufgetankt“ sei und eine Mannschaft entwickeln wolle, hinter der sich die Menschen im Land voll überzeugend versammeln können. Dieser Ansatz, alles neu zu machen, ist ein zentrales Thema seiner Amtszeit.
Klopp, der als gläubiger Christ aus dem Schwarzwald bekannt ist, wird in einer kürzlich erschienenen Biografie mit dem Titel „Glaube, Liebe, Klopp“ näher beleuchtet. Das Buch beschreibt, wie er Spieler als Menschen wahrnimmt und wie er in seinen früheren Trainerstationen, beispielsweise in Mainz und Liverpool, zu einer Art „Heiland“ für die Fans wurde. Seine Zeit in Liverpool, wo es sogar eine Bar namens „Jürgen“ gibt, zeugt von der tiefen Verbundenheit, die er zu seinen Vereinen aufbauen konnte.
Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich derzeit in einer Phase, die von vielen als Dauerkrise beschrieben wird. Es gibt Diskussionen über Reformen, aber die Richtung ist noch unklar. Klopp soll die deprimierte deutsche Fußballseele wieder aufrichten, obwohl er bereits der vierte Bundestrainer innerhalb von fünf Jahren ist. Seine Emotionalität und sein Versprechen, alles neu zu machen, lassen viele auf Besserung hoffen.
Mögliche Kader-Nominierungen und Überraschungen
Für die bevorstehenden vier Länderspiele wird erwartet, dass Klopp mehr als 20 Feldspieler nominieren wird, um auf allen Positionen verschiedene Optionen zu haben. Es wird spekuliert, dass Jamal Musiala definitiv im Kader stehen wird. Musiala zeigte zuletzt beim 5:0 in der Champions League gegen Bodö Glimt seine Spielfreude und Dynamik, was ihn zu einem Liebling der deutschen Fußballfans macht. Klopp soll sich auch mit Vincent Kompany über Musialas Leistungen im Training in München austauschen.
Ein weiterer Kandidat für den DFB-Kader ist Lennart Karl, der nach einer schweren muskulären Verletzung zurückgekehrt ist und mit einem Tor beim Sieg in Elversberg ein wichtiges Erfolgserlebnis hatte. Spieler wie Karim Adeyemi, der in Barcelona aufblüht, und Kevin Schade vom FC Brentford könnten ebenfalls eine neue Chance erhalten. Auch Nicolo Tresoldi vom FC Brügge und Dzenan Pejcinovic vom VfB Stuttgart werden als mögliche Kandidaten genannt, insbesondere Spieler, die mit Tempo angreifen können.
Klopp wird voraussichtlich Spieler nominieren, die seinem Anforderungsprofil entsprechen und die in ihren Vereinen auf den Positionen eingesetzt werden, auf denen sie auch in der Nationalmannschaft spielen sollen. Dies unterscheidet sich von früheren Ansätzen, wie beispielsweise der Aufstellung von Joshua Kimmich auf der rechten Abwehrseite bei der vergangenen Weltmeisterschaft. Für die rechte Abwehrseite könnten Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart oder Yann-Aurel Bisseck in Betracht gezogen werden, wobei Bisseck defensiver agieren würde als Vagnoman.

Torhüter-Situation und weitere Kandidaten
Im Tor hat Klopp eine Vielzahl von Alternativen. Es stellt sich die Frage, ob er drei oder vier Torhüter mitnehmen wird. Marc-Andre ter Stegen von Ajax wird voraussichtlich dabei sein und gilt als Kandidat für die Nummer eins. Auch Loris Karius von Schalke hat gute Chancen, da er in der vergangenen Saison überragend gehalten und maßgeblichen Anteil am Aufstieg seines Vereins hatte. Seine Vergangenheit mit Klopp in Liverpool sollte dabei keine Rolle spielen.
Weitere Torhüterkandidaten sind Jonas Urbig, der bei Bayern nicht die Einsatzzeiten wie andere Kandidaten hat, und Noah Atubolu in Frankfurt. Urbig wird als ein Spieler gesehen, der langfristig aufgebaut werden sollte, um in zukünftigen Turnieren eine klare Nummer eins zu werden, da er vom Alter her die meisten Turniere spielen könnte. Insgesamt gibt es sieben bis acht Torhüter, die sich Hoffnungen auf eine Nominierung machen dürfen.
Es wird erwartet, dass Klopps erster Kader nicht nur positive Überraschungen bereithalten wird. Einige Spieler, die unter Julian Nagelsmann dabei waren, könnten nicht mehr berücksichtigt werden, da sie nicht Klopps Anforderungsprofil entsprechen. Klopp legt Wert darauf, die Spieler live im Stadion zu sehen und mit ihnen sowie den Vereinstrainern zu sprechen, eine Praxis, die unter Nagelsmann etwas verloren gegangen sein soll. Die Bekanntgabe des Kaders erfolgt am Donnerstag.
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Source: br.de