Hamburg: HSV erlebt historischen Fehlstart in die Saison

Historischer Fehlstart für den HSV
Der HSV hat einen historischen Fehlstart in die aktuelle Saison hingelegt. Nach drei Spielen steht das Team mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:12 Toren da. Diese Bilanz stellt den schlechtesten Saisonstart aller Klubs aus den europäischen Top-Fünf-Ligen dar. Die Verantwortlichen im Volkspark betonen, dass sie trotz dieser Zahlen die Nerven behalten wollen, auch aufgrund der Erfahrungen aus der Vorsaison.
Die Leistung in Leipzig wurde von Claus Costa als besser eingeschätzt als die gegen Mainz, jedoch räumte er ein, dass die beiden 0:5-Niederlagen ein klares Statement seien. Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des verpatzten Saisonauftakts für den Verein.
Vergleiche mit europäischen Ligen und der Bundesliga
Ein Blick auf andere europäische Ligen zeigt die prekäre Lage des HSV. In der spanischen La Liga hatten alle 20 Vereine nach drei Partien mindestens einen Punkt gesammelt. In der französischen Ligue 1 blieb lediglich AJ Auxerre ohne Punkte, erzielte aber immerhin vier Tore bei einem Torverhältnis von 4:11.
In der englischen Premier League mussten der FC Fulham (4:7 Tore) und Coventry City (0:5 Tore) ebenfalls drei Niederlagen zum Auftakt hinnehmen, doch ihre Abwehrreihen waren nicht so anfällig wie die des HSV. Auch in der italienischen Serie A verloren der FC Venedig (2:7 Tore), der CFC Genua (1:7 Tore) und die AC Florenz (1:9 Tore) ihre ersten drei Spiele, kassierten aber keine so deutlichen Niederlagen wie der HSV.
Innerhalb der Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach ebenfalls bereits zwölf Gegentore kassiert, konnte aber immerhin dreimal treffen. Die „Fohlen“ haben vor dem vierten Spieltag ihren Trainer Eugen Polanski entlassen. Eine Null in der Offensive steht ansonsten nur beim SC Paderborn (Platz 14, 0:4 Tore), der jedoch einen Punkt auf dem Konto hat.

Historische Perspektive und Trainerfrage
In der Geschichte des deutschen Fußball-Oberhauses gab es bisher nur zwei schlechtere Auftaktbilanzen nach drei Spielen. Der FC Schalke 04 hatte in der Saison 2020/21 nach drei Partien keinen Zähler und ein Torverhältnis von 1:15, was am Saisonende zum Abstieg führte. Fortuna Düsseldorf ereilte in der Saison 1986/87 ein ähnliches Schicksal nach einer Drei-Spiele-Flaute mit null Punkten und 0:13 Treffern.
Für den HSV folgten auf das 0:2 gegen den BVB zwei deutliche Niederlagen: ein 0:5 gegen Mainz und ein weiteres 0:5 in Leipzig. Zwei aufeinanderfolgende Niederlagen mit jeweils fünf Toren Unterschied gab es in der Bundesliga-Historie der Hamburger erst einmal, im April und Mai 1974, als es nach einem 1:6 in Gladbach ein 0:5-Heim-Debakel gegen die Bayern gab.
Die Abwehr bereitet derzeit die größten Sorgen. Kapitän Nicolai Remberg äußerte sich zu den individuellen Fehlern: „Wir verstolpern den Ball, hauen uns den selbst rein, das ist Scheiße.“ Er betonte, dass dies zu viel sei, um etwas Zählbares mitzunehmen, und dass daran gearbeitet werden müsse.

Trotz der aktuellen sportlichen Situation steht der Verein kurz davor, die Verträge mit dem Trainerteam um Chef-Coach Merlin Polzin um drei Jahre zu verlängern. Die neue Chefin Kathleen Krüger hatte sich Monate Zeit genommen, um den Verein und die handelnden Personen zu bewerten. Vor dem Leipzig-Spiel verkündete sie: „Wir wissen, dass wir gemeinsam in die Zukunft gehen werden.“ Diese Überzeugung nach nur drei Saisonspielen über Bord zu werfen, wäre aus ihrer Sicht inhaltlich absurd und würde ihre eigene Glaubwürdigkeit beschädigen.
Eine Vertragsverlängerung mit den Trainern wird daher als notwendig erachtet, ungeachtet berechtigter Vorwürfe wie der fehlerhaften Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Innenverteidigung.

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Source: mopo.de