Merlin Hummel krönt sich zum ersten Ultimate Champion in Budapest

Hummel triumphiert trotz Stolperer
Merlin Hummel, der 24-jährige Vize-Weltmeister im Hammerwurf, hat sich in Budapest zum ersten Einzelsieger der neuen Ultimate Championship in der Leichtathletik gekürt. Er setzte sich zum Auftakt der Wettkämpfe mit einer Weite von 81,46 Metern durch. Für seinen Sieg erhielt Hummel ein Preisgeld von 150.000 US-Dollar.
Der EM-Zweite lag nach vier Versuchen vor dem Europameister und Lokalmatador Bence Halasz, der 80,30 Meter erreichte, und dem Ukrainer Mychajlo Kochan mit 78,90 Metern. Hummels Erfolg war bemerkenswert, da er während des Wettkampfs eine heikle Situation meistern musste. Bei seinem zweiten Versuch stolperte und stürzte er bei vollem Schwung, wobei der Hammer seitlich in den Fangzaun krachte.
Der Weltmeister Ethan Katzberg aus Kanada schied bereits nach zwei ungültigen Versuchen aus dem Wettbewerb aus. Die Ultimate Championship, die erstmals in Budapest stattfindet, dauert noch bis Sonntag. Der Leichtathletik-Weltverband hat dieses kompakte und fernsehfreundliche Format mit insgesamt 28 Entscheidungen über drei Tage ins Leben gerufen. Disziplinen wie Zehnkampf, Kugelstoßen, Diskuswurf oder Marathon wurden für dieses Format gestrichen.
Die Aussicht auf hohe Preisgelder lockte die Athleten nach Budapest. Insgesamt werden zehn Millionen US-Dollar an die Athleten ausgeschüttet, wobei jeder Sieger einer Einzeldisziplin 150.000 US-Dollar erhält. Dies stellt das höchste Preisgeld dar, das jemals in der Leichtathletik ausgeschüttet wurde.
Deutsches Mixed-Quartett auf Rang sechs
Die deutsche Mixed-Staffel über 4×100 Meter erreichte bei der Premiere der World Athletics Ultimate Championships in Budapest den sechsten Platz. Das Quartett, bestehend aus Kevin Kranz, Jolina Ernst, Robin Ganter und Sina Kammerschmitt, lief eine Zeit von 40,85 Sekunden. Der Sieg in dieser Disziplin ging an die US-Staffel mit 39,64 Sekunden, gefolgt von Jamaika mit 39,72 Sekunden und Großbritannien mit 40,26 Sekunden.
Die Besetzung der deutschen Staffel unterschied sich von derjenigen, die bei der Europameisterschaft in Birmingham Silber gewonnen hatte. Von dem EM-Quartett war lediglich Kevin Kranz erneut dabei. Er erwischte einen guten Start und konnte den Kontakt zu den favorisierten Staffeln halten. Beim ersten Wechsel auf Jolina Ernst lief er leicht auf, die Übergabe gelang jedoch.

Zu diesem Zeitpunkt konnten sich die USA bereits vom Feld absetzen. Auch der zweite Wechsel von Jolina Ernst auf Robin Ganter erfolgte früh in der Wechselzone. Robin Ganter versuchte anschließend, den Anschluss an die Staffeln aus den USA und Jamaika zu halten. Der letzte Wechsel auf Sina Kammerschmitt, die bereits bei den World Relays als Schlussläuferin eingesetzt wurde, verlief ebenfalls ordentlich.
An der Spitze hatten sich die USA und Jamaika zu diesem Zeitpunkt bereits abgesetzt. Das US-Quartett sicherte sich den Sieg. Für die neu zusammengestellte deutsche Staffel war der sechste Platz in dem hochkarätig besetzten Feld ein ordentlicher Abschluss einer langen Saison. Neben der Mixed-Staffel sind insgesamt nur fünf deutsche Athleten am Start, darunter Speer-Europameister Julian Weber, der am Wochenende noch antreten wird.

Die Athleten zeigten sich zufrieden mit dem neuen Format. Kevin Kranz vom Sprintteam Wetzlar äußerte, dass es ein „cooles Event“ sei, auf das man „Bock hat“ und das „wirklich Spaß gemacht“ habe. Er betonte, dass man sich zum Ende der Saison noch einmal motivieren konnte, „Gas zu geben“, und sich nun auf die Off-Season freuen könne.
Jolina Ernst vom TV Wattenscheid 01 fand das Event ebenfalls „cool“ und „mal etwas Neues“. Sie hob hervor, dass die einzelnen Athleten mehr Aufmerksamkeit erhalten und sich besser präsentieren können. Für sie war das Format „positiv“ und „nicht überwältigend oder zu stressig“, sondern „genau richtig“.
Robin Ganter vom MTG Mannheim zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, besonders da es so spät in der Saison sei und man nach der EM fit bleiben müsse. Er freute sich über die Möglichkeit, bei einem solchen Wettkampf dabei zu sein. Sina Kammerschmitt vom MTG Mannheim betonte den Spaß und die „mega Stimmung“, die sie als beflügelnd empfand und es „sehr, sehr cool“ machte, dort zu laufen.

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Source: n-tv.de