Leipzig unter Druck nach Champions-League-Fehlstart und Trainerwechsel

Fehlstart in der Champions League
RB Leipzig hat einen enttäuschenden Start in die Champions League erlebt und verlor sein erstes Spiel deutlich gegen den Debütanten Como 1907. Am Ufer des Comer Sees unterlag der Bundesligist mit 1:4. Die Tore für Como erzielten Martin Baturina in der 15. Minute, Tasos Douvikas in der 38. Minute, Assane Diao in der 54. Minute und Maximo Perrone in der 90. Minute. Den Ehrentreffer für Leipzig erzielte Andrija Maksimovic in der 58. Minute.
Die Niederlage in Como folgte auf eine weitere deutliche Pleite in der Bundesliga, wo Leipzig am vergangenen Wochenende mit 1:3 bei Werder Bremen verlor. Diese Ergebnisse setzen den neuen Trainer Martin Demichelis früh in der Saison unter erheblichen Druck. Demichelis, der erst seit etwas mehr als zwei Monaten im Amt ist, gestand nach dem Spiel, dass der Gegner viel besser gewesen sei und es schwerfalle, positive Aspekte zu finden, wenn man in der Champions League mit 1:4 verliert.
Kapitän David Raum äußerte sich nach der Partie bei DAZN deutlich und beschrieb das Gefühl als „echt kacke“. Er betonte, dass die Mannschaft „ordentlich einen auf den Deckel gekriegt“ habe und forderte schnelle Veränderungen. Auch Abwehrchef Willi Orban kritisierte die Leistung und merkte an, dass man sich von Como abschauen müsse, wie man aktiv mit dem Ball umgeht und gute Entscheidungen trifft.
Herausforderungen und Trainerwechsel
Der Trainerwechsel von Ole Werner zu Martin Demichelis, der auf Betreiben des früheren globalen Fußballchefs Jürgen Klopp und seines Assistenten Mario Gomez erfolgte, wird von den Fans kritisch gesehen. Demichelis, der 45 Jahre alt ist, hat es schwer, die Anhänger zu überzeugen, da wenig von der Arbeit aus der Vorbereitung sichtbar ist. Ein traditioneller Schwerpunkt und eine Stärke von RB Leipzig, das Pressing, funktionierte in Como nahezu gar nicht, wie Orban bemerkte.
Die Entscheidung, Werner zu entlassen, soll auch darauf zurückzuführen sein, dass Klopp und sein Analyseteam ihm vorwarfen, nicht attraktiv und aggressiv genug zu spielen, insbesondere sei die Pressinghöhe zu niedrig gewesen. Demichelis hingegen erhielt von der Gazzetta dello Sport eine schlechte Bewertung von 4,5 von 10 für sein „kopfloses Pressing“ gegen Como, das als das Team beschrieben wurde, das in Italien derzeit am besten mit dem Ball umgeht.
Die finanzielle Situation von Como wird ebenfalls als Faktor betrachtet. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die 50+1-Regel gilt, konnte die Hartono-Familie Como komplett übernehmen und erhebliche Summen in den Klub investieren. Obwohl sowohl Leipzig als auch Como in den letzten drei Jahren jeweils 350 Millionen Euro für neue Spieler ausgaben, generierte Leipzig 450 Millionen Euro aus Spielerverkäufen, während Como, das vor sieben Jahren noch viertklassig war, lediglich 40 Millionen Euro einnahm. Dies ermöglichte es Como, bei Spielern wie Martin Baturina, an dem auch Leipzig interessiert war, finanziell mitzuhalten.

Blick nach vorn und steigender Druck
Demichelis bat um Geduld und verwies darauf, dass Como seit fast drei Jahren eine feste Identität entwickelt habe, während Leipzig acht neue Spieler im Kader habe. Er versprach, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen besser sein werde. Die hohe Anzahl an Gegentoren, Fehler im Spiel gegen den Ball und die fehlende Bindung der Neuzugänge, die teilweise erst spät zur Mannschaft stießen, wurden vom Trainer als Problemfelder identifiziert.
Der Druck auf Demichelis steigt, insbesondere mit Blick auf das bevorstehende Bundesligaspiel am Sonntag gegen das Schlusslicht Hamburger SV. Ein Sieg in dieser Partie gilt als alternativlos, um die angespannte Situation zu entschärfen. Die Niederlage in Como, das Stadion fasst nur 11.000 Zuschauer und war seit Wochen ausverkauft, war für den italienischen Klub ein Fest und für Leipzig ein weiterer Rückschlag in einer schwierigen Phase der Saison.
Die Verantwortlichen von RB Leipzig, darunter Oliver Mintzlaff und Marcel Schäfer, mussten in Como miterleben, was sie möglicherweise verpasst haben. Berichten zufolge war man sich mit Cesc Fàbregas als Trainer einig, doch die indonesischen Eigner von Como 1907 verweigerten ihrem Coach die Freigabe. Fàbregas hatte vor dem Spiel von Leipzig geschwärmt, und sein Team zeigte beim 4:1 genau die Eigenschaften, die man sich in Leipzig wünscht: dominantes und schnelles Spiel, hohe Intensität und gnadenlose Zielstrebigkeit.
Die Realität für die Bosse ist, dass Como Leipzig finanziell aufgrund der Rahmenbedingungen längst den Rang abgelaufen hat, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Leipzig beeinträchtigen könnte. Am Sonntag empfängt Leipzig den Hamburger SV in der Bundesliga.
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Source: n-tv.de