New York: Zverev kämpft sich in die dritte Runde der US Open

Zweite Nachtschicht für Zverev in New York
Alexander Zverev hat sich in einer weiteren Marathonpartie bei den US Open durchgesetzt und die dritte Runde erreicht. Der Hamburger besiegte den Franzosen Quentin Halys in einem Fünfsatz-Krimi. Die Begegnung endete in den frühen Morgenstunden in New York. Nach einem Sieg über Lorenzo Sonego in der ersten Runde, der um 1:55 Uhr Ortszeit endete, war Zverev auch in dieser Partie lange auf dem Platz.
Das Match gegen Halys, die Nummer 52 der Weltrangliste, dauerte 4:32 Stunden. Zverev gewann mit 6:4, 4:6, 7:6, 6:7, 6:3. Nach dem verwandelten Matchball um 2:14 Uhr Ortszeit schritt Zverev zum Netz für den obligatorischen Handschlag. Er erreichte damit zum achten Mal die dritte Runde in New York.
Zverev zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch. „Die Vorstellung war scheiße, aber ich habe gewonnen“, sagte er in einem Interview auf dem Platz. Er fügte hinzu: „Dafür gehe ich ins Gym, dafür trainiere ich. Wenn man nicht sein bestes Tennis spielt, dass man sich durchkämpft.“ Später ergänzte er, dass er „hässlich“ gewinne, was ebenfalls eine Fähigkeit sei. Er betonte jedoch auch, dass er das Turnier nicht gewinnen werde, wenn er weiterhin so spiele.
Herausforderungen auf dem Weg zum Sieg
Die Partie gegen Halys war von Höhen und Tiefen geprägt. Zverev startete konzentriert und sicherte sich den ersten Satz mit 6:4. Doch wie schon in der Auftaktpartie gegen Sonego schien der Olympiasieger von 2021 die Konzentration zu verlieren. Er haderte mit seiner Schlägerbespannung und machte viele unnötige Fehler, was Halys zurück ins Spiel brachte. Im zweiten Satz verlor Zverev seinen Aufschlag zum 4:5 und gab den Satz mit 4:6 ab.
Ein ungewöhnlicher Moment ereignete sich im siebten Spiel des dritten Satzes, als Zverev den Schiedsrichter Robert Balmforth um Erlaubnis bat, seine Schuhe zu wechseln. Der Schiedsrichter stimmte zu und erklärte den Zuschauern, dass Zverevs Schuhe durchnässt seien und Abdrücke auf dem Boden hinterließen, was die Rutschgefahr erhöhte. Trotz der späten Stunde herrschten noch 26 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit. Nach einem Re-Break zum 3:4 holte sich Zverev zudem Einlagen von seiner Box.
Der dritte Satz ging schließlich in den Tiebreak, den Zverev für sich entschied. Auch der vierte Satz blieb eng, und Zverev konnte nur drei von 17 Breakbällen nutzen. Erneut ging es in den Tiebreak, den Zverev diesmal verlor, was einen entscheidenden fünften Satz notwendig machte. Im finalen Durchgang gelang Zverev das Break zum 3:2, und er verwandelte seinen ersten Matchball zum 6:3.
Aussichten im weiteren Turnierverlauf
Mit diesem Sieg zieht Zverev in die dritte Runde ein, wo er auf den Chilenen Alejandro Tabilo trifft, die Nummer 28 der Welt. Zverev hat eine makellose Bilanz gegen Tabilo und gewann beide bisherigen Partien. Die Aussichten für Zverev im Turnierverlauf könnten sich als günstig erweisen, da in seiner Hälfte des Turnierbaums bereits mehrere namhafte Spieler ausgeschieden sind.
Zu den ausgeschiedenen Top-Spielern gehören Félix Auger-Aliassime aus Kanada, Alex de Minaur aus Australien und Lorenzo Musetti aus Italien. Der Weltranglistenerste Jannik Sinner fehlt verletzungsbedingt, und Novak Djokovic aus Serbien schied überraschend in der ersten Runde aus. Die Form des Weltranglistendritten Carlos Alcaraz aus Spanien nach seiner viermonatigen Pause muss sich noch zeigen.
Zverev, der im Juni bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann und auch im Finale von Wimbledon stand, zeigte in dieser Partie nicht immer seine besten Qualitäten. Sein Spiel war fahrig und fehlerhaft, und er bewegte sich nicht optimal. Dennoch bewies er eine wichtige Gabe: Er gibt nicht auf und hat gelernt, Tiefen in einem Match zu überwinden. Der nächste Auftritt von Alexander Zverev ist für Samstag angesetzt.
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Source: bild.de