Moritz Wesemanns ungewöhnlicher Weg: Zwischen EM-Gold und Zahn-OP

Der deutsche Wasserspringer Moritz Wesemann hat bei der Europameisterschaft in Paris zweimal Gold gewonnen, steht aber kurz vor einem unliebsamen Termin. Anstatt sich auszuruhen, erwartet den 24-Jährigen eine Weisheitszahn-Operation. Anschließend plant er, ins Ausland zu reisen, um an einem körperlichen Defizit zu arbeiten.
Wesemann, der für Halle/Saale startet, konnte seine Konkurrenten in zwei EM-Wettbewerben hinter sich lassen. Nun sind es die Ärzte, die am Freitag an der Reihe sind. Nach seinem zweiten Gold-Coup vom 3-Meter-Brett, bezeichnete er sich selbst als „Doppeleuropameister im Wasserspringen“ und erwähnte die bevorstehende Operation. Die Euphorie und das Adrenalin seiner Siege sollen ihm helfen, die unfreiwillige Trainingspause zu überstehen.
Training in Kanada und Deutschland
Direkt nach dem Eingriff möchte der Athlet sein Training wieder aufnehmen. Dies wird jedoch nicht in den heimischen Sprunghallen geschehen, sondern im kanadischen Montreal. Dort lebt seine Freundin, die kanadische Springerin Katelyn Fung. Wesemann wird in Montreal bei einem Nachwuchscoach trainieren, der großen Wert auf Technik legt.
Der 24-Jährige plant, drei Wochen in Kanada zu verbringen, bevor er zu Bundestrainer Christoph Bohm nach Berlin zurückkehrt. Danach möchte Wesemann sein Training voraussichtlich zu gleichen Teilen in Kanada und Deutschland absolvieren.

Ein „komischer Sportler“ mit schlechter Beweglichkeit
Den Grund für diesen ständigen Reisestress erklärte Wesemann mit der Notwendigkeit, verschiedene Trainingsumfelder und Techniken kennenzulernen. Er sei der Meinung, dass ihm dies sehr geholfen habe, da er das herausnehmen konnte, was individuell für ihn funktioniert. Der Doppelchampion offenbarte, dass er sich selbst als einen „komischen Sportler“ betrachtet, da seine Beweglichkeit ziemlich schlecht sei.
Er betonte, dass er Wege finden müsse, die für ihn funktionieren, und dabei helfe es, verschiedene Meinungen zu hören. Der gebürtige Aachener ist noch lange nicht zufrieden. Sein Ziel ist es, die Programme so zu festigen, dass sie im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 auch im Vergleich mit chinesischen und amerikanischen Athleten bestehen können. Die zwei EM-Titel bilden dabei eine solide Grundlage.
Weitere Erfolge bei der Schwimm-EM in Paris
Neben Moritz Wesemanns Erfolgen gab es weitere Medaillen für das deutsche Team bei der Schwimm-EM in Paris. Lena Hentschel aus Berlin gewann eine Bronzemedaille im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett zusammen mit ihrer Partnerin Jette Müller. Hentschel freute sich über ihre zweite Bronzemedaille in Paris nach einem „wilden Wettkampf“.
Die beiden mussten sich lediglich den Italienerinnen Chiara Pellacani und Elisa Pizzini sowie den ukrainischen Titelverteidigerinnen Xenia Botschek und Diana Karnafel geschlagen geben. Zuvor hatte Hentschel bereits mit Luis Avila Sanchez den dritten Platz im Mixed-Synchronwettbewerb erreicht.
Auch die Turmspringer Jaden Eikermann und Ole Rösler sorgten für einen erfolgreichen Abschluss der deutschen Wasserspringer. Eikermann sicherte sich mit 513,05 Punkten die Silbermedaille hinter dem Russen Ruslan Ternowoi, während der 18 Jahre alte Rösler mit 480,75 Punkten Bronze gewann. Eikermann war im Synchronfinale mit Avila Sanchez Fünfter und mit dem Team Siebter geworden.
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Source: web.de