Tournon-sur-Rhône: Kim Le Court-Pienaar gewinnt sechste Etappe der Tour de France Femmes

Auf der sechsten Etappe der Tour de France Femmes sicherte sich Kim Le Court-Pienaar den Tagessieg. Die Fahrerin aus Mauritius war die Schnellste in einer achtköpfigen Spitzengruppe und überquerte die Ziellinie in Tournon-sur-Rhône vor Cedrine Kerbaol und Puck Pieterse. Die deutsche Radfahrerin Liane Lippert belegte in diesem Sprint den sechsten Platz.
Die Etappe führte über 153,4 Kilometer von Montbrison nach Tournon-sur-Rhône und umfasste sechs Bergwertungen mit insgesamt 2.600 Höhenmetern. Trotz früher Ausreißversuche wurde schnell klar, dass dieser Tag den Favoritinnen für das Gelbe Trikot gehören würde, da sich keine frühe Fluchtgruppe entscheidend absetzen konnte.
Spannendes Finale mit Movistar-Taktik
Im Verlauf der Etappe bildete sich eine dreiköpfige Gruppe, doch die Favoritinnen, darunter Antonia Niedermaier im Weißen Trikot und Marlen Reusser im Gelben Trikot, führten das Feld bereits 54 Kilometer vor dem Ziel an. Marlen Reusser, Teamkollegin von Liane Lippert bei Movistar, hatte Lippert als Helferin an ihrer Seite. Die Movistar-Taktik ging auf, als sich Lippert in der Abfahrt vor dem letzten Anstieg mit fünf weiteren Fahrerinnen absetzte.
Diese sechsköpfige Gruppe, zu der sich später weitere Fahrerinnen gesellten, erreichte den finalen Anstieg zum Côte de Boucieu-le-Roi, 20 Kilometer vor dem Ziel, mit einem Vorsprung von etwa 30 Sekunden. Diesen Vorsprung konnte das Sextett halten. Nach Beendigung des Anstiegs begannen die Attacken innerhalb der Gruppe, jedoch konnte sich zunächst niemand entscheidend absetzen.

Im Feld der Favoritinnen ließen die Teams Le Court-Pienaar und Riejanne Markus ziehen, da diese keine Gefahr für das Gelbe Trikot darstellten. Lippert hatte das Mandat, um den Tagessieg zu fahren, sah sich aber im Zielsprint einer starken Konkurrenz gegenüber. Sie sprintete mit, musste jedoch einige Meter vor der Ziellinie einsehen, dass es nicht zum Sieg reichen würde und brach ihren Sprint vorzeitig ab, was ihr den sechsten Platz einbrachte.
Stimmen zur Etappe und Ausblick
Kim Le Court-Pienaar beschrieb das Rennen als „verrückt“. Sie berichtete von einem Defekt in der Abfahrt zum letzten Anstieg, der einen Radwechsel erforderlich machte. Ihr Team habe sie dann „langsam, aber sicher zurück ins Feld gebracht“, wonach sie geduldig blieb und sich erholte, bevor sie mit Riejanne Markus zur Spitzengruppe aufschloss.
Puck Pieterse, die Dritte wurde und das Bergtrikot trug, äußerte, dass sie alles gegeben habe und im Finale clever agiert habe. Sie setzte auf ihren Sprint, in der Hoffnung, dass Kim Le Court-Pienaar nach ihrer Aufholjagd müde sei, doch Le Court-Pienaar erwies sich als die Stärkste im Sprint.
Liane Lippert reflektierte über den Sprint und gab an, dass sie „etwas zu weit hinten positioniert“ gewesen sei und der Sprint nicht ideal verlaufen sei. Sie bestätigte, dass es der Plan war, in die Gruppe zu gehen, auch wenn es lange dauerte, bis sich diese bildete. Trotz des verpassten Sieges blickte Lippert positiv auf die nächste Etappe, die am Mont Ventoux endet und eine Vorentscheidung im Kampf um das Gelbe Trikot bringen könnte.
Marlen Reusser, die das Gelbe Trikot verteidigte, äußerte sich ebenfalls zur Etappe: „Es war hart. Es war eine Etappe, die einige Möglichkeiten bot.“ Sie fügte hinzu, dass sie Liane Lippert den Sieg gewünscht hätte, da diese einen guten Sprint habe. Dennoch sei es schön gewesen, dass Lippert Teil der Gruppe war. Antonia Niedermaier fährt weiterhin im Weißen Trikot, und im Kampf um die Gesamtwertung blieben die Positionen der Favoritinnen unverändert, mit einem Rückstand von 28 Sekunden auf die Führungsgruppe.
Sebastian Unzue, Teamchef von Movistar, zeigte sich zufrieden mit der Leistung des gesamten Teams. Er hob hervor, dass Paola Ostiz und Marlen Reusser in der Favoritengruppe waren und Liane Lippert davor, was das Team in eine gute Position brachte. Jolien D’Hoore, Sportdirektorin von AG Insurance – Soudal, betonte die Bedeutung des Sieges für ihr Team und erwähnte, dass sie mit großen Zielen in die Tour gestartet waren und auf einen Etappensieg abzielten. Sie lobte Kim Le Court-Pienaar für ihre Stärke und ihre Fähigkeit, trotz eines Radwechsels zurück ins Peloton zu finden.
Rolf Aldag, Sportlicher Leiter bei Canyon – SRAM, kommentierte, dass es nicht darum ging, die Ausreißergruppe einzuholen, sondern konstant zu fahren. Er sah die 28 Sekunden Rückstand als akzeptabel an und merkte an, dass Elisa Longo Borghini die einzige Fahrerin sei, bei der man sich Gedanken machen müsse, da sie in großen Rundfahrten normalerweise stärker wird. Elisa Longo Borghini selbst hatte Spaß in den Abfahrten und genoss die Etappe, obwohl sie am Vortag Zeit verloren hatte.
Die nächste Etappe wird auf dem Mont Ventoux enden und könnte eine wichtige Vorentscheidung im Kampf um das Gelbe Trikot herbeiführen.
Source: sportschau.de