Bad Orb: Del Toro gewinnt Prolog der Deutschland Tour, Politt zeigt Ambitionen

Deutschland Tour - Zwei für den Sieg - sportschau.de

Erfolgreicher Auftakt für UAE Team Emirates

Die Deutschland Tour startete für das Team UAE Emirates vielversprechend. Nach dem Sieg von Isaac del Toro im Prolog in Bad Orb geht das Team nicht nur als Gejagter in die kommenden Tage, sondern hat mit del Toro und Nils Politt auch zwei potenzielle Kandidaten für den Gesamtsieg. Der Mexikaner del Toro, der erst im Juli Dritter bei der Tour de France wurde, sicherte sich das erste Führungstrikot.

Der Prolog, ein 2,6 Kilometer langer Straßenkurs in Bad Orb, wurde von del Toro in 3:08 Minuten absolviert. Er setzte sich damit zwei Sekunden vor Paul Magnier durch, während Laurenz Rex mit einem Rückstand von fünf Sekunden Dritter wurde. Del Toro führt somit auch in der Nachwuchs- und Punktewertung.

Das Wetter in Bad Orb war zunächst herausfordernd. Während der Streckenbesichtigung regnete es stark, was viele Fahrer, darunter auch Politt, durchnässt zurück zu ihren Bussen schickte. Zum Rennstart klarte das Wetter jedoch auf, was den Fahrern zugutekam. Trotz des Regens äußerte Politt seine Freude, wieder bei dem Rennen dabei zu sein, das er 2021 bereits gewinnen konnte.

Politts Ambitionen und die Rolle des Kapitäns

Nils Politt, der die Deutschland Tour 2021 gewann, verpasste die Top Ten im Prolog knapp und belegte den zwölften Platz mit einem Rückstand von sieben Sekunden. Der 32-Jährige deutete jedoch eigene Ambitionen für den Gesamtsieg an. Er betonte, dass die diesjährige Tour mit einigen Anstiegen und starken Bergfahrern anspruchsvoll sei. Politt sieht in seinen Teamkollegen Isaac del Toro und Antonio Morgado, deren Streckenprofil gut liegt, starke Unterstützung.

Politt, der vom ARD-Hörfunk zitiert wurde, erklärte, dass er versuchen werde, seine eigene Karte zu spielen, auch wenn das Team mit del Toro bereits einen starken Fahrer an der Spitze hat. Er sagte, dass der Rennverlauf entscheidend sein werde, aber die Tour grundsätzlich etwas für ihn sein könnte. Del Toro selbst zeigte sich überrascht von seinem Sieg im Prolog, da Sprinter wie Magnier oder Mathias Vacek als Favoriten galten. Er äußerte, dass er sich nun als Gejagter fühle und die kommenden Tage hektisch werden, aber das Team den Sieg anstrebe.

Trotz del Toros Führung ist die endgültige Teamstrategie noch nicht festgelegt. Del Toro betonte, dass Politt der Kapitän sei und er sich freue, von dessen Erfahrungen zu lernen. Dies deutet auf eine flexible Herangehensweise des Teams hin, bei der beide Fahrer eine wichtige Rolle spielen könnten.

Bedeutung der Deutschland Tour und kommende Etappen

Die Teilnahme von Isaac del Toro an der Deutschland Tour ist für die Veranstalter von großer Bedeutung, wie Fabian Wegmann, ARD-Experte und Sportdirektor der Tour, hervorhob. Obwohl die Vuelta d’Espana am Samstag startet und die Deutschland Tour zur zweitklassigen UCI ProSeries gehört, ist die Anwesenheit eines Fahrers wie del Toro, der bei der Tour de France erfolgreich war, ein Gewinn. Wegmann erwähnte auch, dass del Toro trotz eines Sturzes bei den Cyclassics in Hamburg weiterhin motiviert sei.

Die Präsenz eines bekannten deutschen Fahrers wie Nils Politt ist ebenfalls wichtig für das Publikum. Wegmann betonte, dass Politt in Deutschland bekannt sei und die Fans ihn gerne live sehen würden. Die Königsetappe am Samstag, die zweimal über die Kalmit, den höchsten Berg des Pfälzerwaldes, führt, wird voraussichtlich viele Zuschauer anziehen. Politt bemerkte, dass der Radsport in Deutschland wieder an Popularität gewinnt, was sich an der großen Anzahl deutscher Fans bei der Tour de France im Elsass gezeigt habe.

Die Deutschland Tour wird am Donnerstag mit der ersten Etappe über 215,3 Kilometer von Bad Orb nach Schwäbisch Hall fortgesetzt, die über welliges Terrain führt. Der Hagener Tobias Müller war als bester Deutscher im Prolog auf Platz zehn mit einem Rückstand von sieben Sekunden.

Mexikos Isaac Del Toro
Mexikos Isaac Del Toro Credit: sportschau.de

Weitere deutsche Fahrer wie Tim Torn Teutenberg, Georg Zimmermann, Maximilian Schachmann, Tobias Müller, John Degenkolb und Max Walscheid äußerten sich zum Prolog. Tobias Müller, der Zehnter wurde, hatte auf ein gutes Ergebnis gehofft und freute sich über die Umsetzung. Er konzentriert sich nun auf den Sprint der zweiten Etappe. John Degenkolb, der auf Platz 16 landete, genoss das Rennen und betonte, dass er alles gegeben habe. Max Walscheid, auf Platz 31, fand seine Leistung in Ordnung, war aber nicht bereit, zu viel Risiko einzugehen, da er den Kurs für Sprinter als prädestiniert ansah.

Die nächste Etappe verspricht weitere Spannung, da die Fahrer sich auf die Herausforderungen der Strecke einstellen müssen.

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Source: sportschau.de

Lukas Brandt
Lukas Brandt

Lukas Brandt ist Redakteur bei Welt Nachrichten und berichtet über das tägliche Geschehen aus Deutschland und der Welt – von Politik bis Sport.

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