2. Liga startet in die Saison: Quoten-Krise droht trotz großer Namen

2. Liga: Heute Saison-Start – Darum droht eine Quoten-Krise - BILD

Die 2. Liga beginnt ihre neue Saison, steht aber vor einer möglichen Quoten-Krise. Dies liegt am Verlust von quotenstarken Vereinen wie Schalke 04, die in der Saison 2025/26 durchschnittlich 405.000 Fans bei Sky anzogen. Auch Hertha BSC mit 285.000 Zuschauern und Nürnberg mit 243.000 Zuschauern gehörten zu den Top-Teams, die nun fehlen.

Der Abstieg von Düsseldorf, das durchschnittlich 230.000 Zuschauer erreichte, trägt ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. Die Sender Sky und RTL, die beide zur RTL-Sendergruppe gehören, stehen vor der Aufgabe, die Attraktivität der Liga hervorzuheben. Alexander Rösner, Chefredakteur Sport bei RTL, betont die Ausgeglichenheit und die regionalen Rivalitäten der Liga.

Herausforderungen für die Sender

Die 2. Liga hat in den vergangenen Jahren mehrere ihrer größten Quoten-Garanten verloren. In der Saison 2024/25 stiegen der HSV und Köln auf, wodurch diese Teams in der aktuellen Saison nicht mehr in der 2. Liga vertreten sind. Von den Absteigern aus der 1. Liga hatte der FC St. Pauli die höchsten Zuschauerzahlen mit durchschnittlich 434.000, jedoch fehlen dem Verein nun Derbys, die den Schnitt erhöht hatten.

Wolfsburg verzeichnete durchschnittlich 280.000 Zuschauer und Heidenheim 207.000, was nicht das Niveau von Schalke erreicht. Ein weiterer Rückgang der Zuschauerzahlen in der neuen Saison wird daher als wahrscheinlich angesehen. Es gibt einen festen Stamm von rund 1,5 Millionen Zuschauern, aber für Spitzenwerte sind mehrere quotenstarke Teams in der Liga erforderlich.

Die Gesamtzuschauerzahl der 2. Liga über einen gesamten Spieltag bei Sky verdeutlicht diesen Einfluss. In der Saison 2021/22 sahen insgesamt 1,85 Millionen Fans zu, als Schalke, der HSV und Bremen dabei waren. Diese Zahl sank 2022/23 auf 1,56 Millionen, als nur noch der HSV in der Liga spielte. 2023/24 stieg der Wert auf 1,94 Millionen mit Schalke und dem HSV, und blieb 2024/25 mit 1,90 Millionen recht konstant, als Schalke, der HSV und Köln dabei waren. In der Saison 2025/26 ging die Zahl auf 1,77 Millionen zurück, da nur noch Schalke in der 2. Liga spielte.

Senderstrategien und Liga-Attraktivität

Um dem entgegenzuwirken, setzt RTL bei den Samstagabendpartien der ersten sechs Spieltage auf traditionelle Begegnungen. Dazu gehören Spiele wie Wolfsburg gegen Kaiserslautern am 8. August und FCK gegen Karlsruhe am 15. August, die sowohl bei RTL als auch bei Sky übertragen werden. Weitere ausgewählte Spiele sind Nürnberg gegen Bielefeld am 29. August, Dresden gegen Bochum am 5. September, St. Pauli gegen Wolfsburg am 12. September sowie Dresden gegen Hertha BSC am 19. September, die auf Nitro und Sky zu sehen sein werden.

RTL und Sky kooperieren zudem bei der Übertragung der 2. Liga. Dreimal werden Sky-Konferenzen an Sonntags-Spieltagen parallel im Free-TV bei RTL verfügbar sein. Höhepunkte der Spiele werden im Free-TV in den Sportschau-Sendungen der ARD am Freitag (23.10 Uhr), Samstag (18.30 Uhr) und Sonntag (19.15 Uhr) gezeigt. Das ZDF berichtet samstags um 23 Uhr im aktuellen Sportstudio. Das Eröffnungsspiel der 2. Liga zwischen Bochum und Hertha BSC wird um 20.30 Uhr von Sat.1 und Sky übertragen.

Credit: web.de

Die 2. Liga startet mit großen Namen und ausverkauften Stadien. Das Eröffnungsspiel bestreiten Bochum und Hertha BSC im ausverkauften Ruhrstadion. Beide Vereine spielten 2021/22 noch gemeinsam in der Bundesliga und eröffnen nun die 53. Saison der 2. Liga unter Flutlicht. Hertha BSC geht bereits in die vierte Saison in Folge im Unterhaus, während Hannover 96, der 1. FC Nürnberg und der Karlsruher SC seit 2019 dabei sind. Kaiserslautern und Magdeburg gehören seit 2022 wieder zur Liga.

Neue Gesichter und Favoriten

Ein neues Gesicht in dieser Saison ist der VfL Wolfsburg, der zuletzt 1996/97 im Unterhaus spielte und danach 29 Jahre Bundesliga verbrachte. Die achte Zweitligasaison des Vereins beginnt auf dem Betzenberg. Der VfL Wolfsburg gilt mit dem teuersten Kader der Liga als klarer Aufstiegsfavorit. Fabian Reese wurde von der Hertha geholt, Fraser Hornby aus Darmstadt. Maximilian Arnold ist weiterhin Kapitän, und Christian Eriksen gehört ebenfalls zum Kader.

Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass große Namen und hohe Marktwerte in der 2. Liga nicht immer zum Erfolg führen. Der Hamburger SV benötigte nach seinem Abstieg 2018 sieben Anläufe für die Rückkehr, und Schalke brauchte nach dem Abstieg 2023 drei Spielzeiten. Hertha wartet ebenfalls seit drei Jahren auf den Wiederaufstieg. FC St. Pauli und der 1. FC Heidenheim kommen als weitere Bundesliga-Absteiger hinzu.

Credit: web.de

Energie Cottbus kehrt nach zwölf Jahren zurück, und der VfL Osnabrück nach zwei Jahren. Diese Teams ersetzen Schalke, Elversberg, Paderborn, Düsseldorf und Münster. Energie Cottbus war zwischen 2000 und 2009 mit einer dreijährigen Unterbrechung sechs Spielzeiten lang Bundesligist und erreichte 1997 als damaliger Regionalligist das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart. Hannover 96 spielt sein erstes Zweitliga-Heimspiel seit 2014 in der Lausitz.

In der vergangenen Saison setzte die 2. Bundesliga knapp 8,7 Millionen Tickets ab, mit einem Schnitt von 28.386 pro Partie. Dieser Schnitt übertrifft sogar den der französischen Ligue 1 und ist der höchste unter allen zweiten Ligen in Europa. Die Nachfrage nach Tickets hält an: Der 1. FC Kaiserslautern hat für die neue Saison 33.827 Dauerkarten verkauft, was einen Rekord in der Vereinsgeschichte darstellt.

Auch in Hannover ist die Vorfreude spürbar. 17.500 Fans verlängerten ihre Dauerkarte, und im freien Verkauf stieg die Zahl auf über 20.000, womit der bisherige Zweitligarekord übertroffen wurde. Im Vorjahr waren es zu Saisonbeginn noch 19.000 Dauerkarten. Auch an Standorten wie Osnabrück und Bielefeld waren die Kontingente schnell vergriffen. Wolfsburg geht als klarer Favorit in die Saison, während Teams wie Nürnberg, Kaiserslautern, Bochum und Kiel bei einem guten Start vorne mitspielen könnten. Darmstadt und Hertha haben wichtige Spieler verloren, weshalb die Erwartungen in Berlin niedriger sind, mit dem Ziel eines einstelligen Tabellenplatzes. Die 2. Liga ist eröffnet.

Read Also

Source: bild.de

Lukas Brandt
Lukas Brandt

Lukas Brandt ist Redakteur bei Welt Nachrichten und berichtet über das tägliche Geschehen aus Deutschland und der Welt – von Politik bis Sport.

Weitere Artikel von Lukas Brandt

Lukas Brandt ist Redakteur bei Welt Nachrichten und berichtet über das tägliche Geschehen aus Deutschland und der Welt – von Politik bis Sport.