Zverev erreicht US Open Halbfinale und stellt deutschen Rekord auf

Alexander Zverev hat das Halbfinale der US Open in New York erreicht und dabei einen neuen deutschen Rekord aufgestellt. Der 29-jährige Hamburger besiegte den Niederländer Botic van de Zandschulp mit 6:2, 7:5, 6:1. Dieser Sieg markiert Zverevs 23. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier in einem Kalenderjahr, womit er den bisherigen Rekord von Boris Becker übertrifft, der 1989 22 Siege bei den vier Majors erzielte.
Für Zverev ist es das dritte Mal nach 2020 und 2021, dass er im Halbfinale der US Open steht. Er benötigt nun noch zwei weitere Siege, um seinen ersten Triumph in New York zu feiern. Sein nächster Gegner im Halbfinale am Freitag (Ortszeit) ist Karen Khachanov. Gegen den Russen gewann Zverev bereits das Olympiafinale 2021 in Tokio. Im anderen Halbfinale treten die Amerikaner Ben Shelton und Frances Tiafoe gegeneinander an.
Zverevs Weg ins Halbfinale und Rekordleistung
Der Sieg gegen Botic van de Zandschulp dauerte 2:17 Stunden und war Zverevs dritter ungefährdeter Drei-Satz-Erfolg in Folge. Im ersten Satz dominierte Zverev und gewann ihn mit 6:2. Besonders bei langen Ballwechseln zeigte er Geduld, was nicht immer als seine Stärke galt. Ein Ballwechsel, bei dem der Ball 34-mal hin und her flog, entschied er für sich.
Im zweiten Durchgang zeigte sich van de Zandschulp stärker und erarbeitete sich beim Stand von 5:4 sogar einen Satzball. Zverev konnte diesen jedoch abwehren und drehte das Spiel, um den Satz mit 7:5 zu gewinnen. Der dritte Satz verlief dann schnell, da van de Zandschulp nachließ und Zverev zwei schnelle Breaks gelangen, was zum 6:1-Satzgewinn führte.
Zverev äußerte sich nach dem Match zufrieden: „Ich bin froh, hier im Halbfinale zu sein, aber ich will noch weiterkommen.“ Er betonte, dass er seinen Körper in den ersten beiden Runden der langen Matches besser im Griff gehabt habe als bei anderen Turnieren. Der French-Open-Champion hofft auf die Krönung eines herausragenden Jahres, in dem er zum ersten Mal in seiner Karriere bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht hat.
Kritik am Spielplan und die Herausforderung gegen Khachanov
Im Anschluss an seinen Erfolg äußerte Alexander Zverev auch Kritik an der möglichen Ansetzung seines Halbfinals am Freitagnachmittag (Ortszeit). Er geht davon aus, dass er um 15 Uhr spielen wird, was ihm „mit Sicherheit nicht in die Karten spielt“. Zverev vermutet, dass das zweite Halbfinale zwischen den amerikanischen Spielern Frances Tiafoe und Ben Shelton, die bereits am Dienstag weitergekommen waren, in der späteren Night Session angesetzt wird.
„Ich finde es etwas komisch, dass Leute, die zwei Tage freihaben, jetzt nach uns spielen“, sagte Zverev. Er habe so etwas in seinen zwölf Jahren auf der Tour noch nie erlebt, könne aber verstehen, dass die Organisatoren die amerikanischen Spieler abends spielen lassen wollen. Zverev hatte seine bisherigen fünf Spiele bei den US Open jeweils unter Flutlicht im Arthur Ashe Stadium bestritten und würde gerne in seinem gewohnten Rhythmus bleiben. Das mögliche Finale würde er allerdings auch am Sonntag um 14 Uhr (Ortszeit) bestreiten müssen.
Sein Halbfinalgegner Karen Khachanov konnte sich im Viertelfinale schonen, da er von der Aufgabe des Belgiers Alexander Blockx profitierte, der sich am Oberschenkel verletzt hatte. Khachanov lobte Zverevs aktuelle Form: „Er ist da, wo er ist, weil er es verdient hat. Dieses Jahr hat er sich noch einmal gesteigert. Er hat seinen ersten Grand Slam gewonnen und stand auch im Finale von Wimbledon. Er ist wirklich in Topform.“
Die Duelle um den Einzug ins Endspiel finden am Freitag um 15 Uhr und 19 Uhr statt. Zverev verriet auch Details zu seinem Tagesablauf nach einem Match: „Ich gehe jetzt ins Eisbad, dann esse ich was, muss die Pressetermine machen, was ich hasse, dann werde ich vom Physio behandelt und gehe ins Bett.“ Selbst an spielfreien Tagen bleibt er lange wach und schaute beispielsweise in der vergangenen Nacht bis 3:30 Uhr das Match zwischen Shelton und Alcaraz.
Die Organisatoren erklärten auf Anfrage, dass der offizielle Spielplan für Freitag noch nicht veröffentlicht sei. Es ist bei den US Open nicht ungewöhnlich, dass die Halbfinalisten, die einen Tag später ihre Viertelfinals gespielt hatten, nicht automatisch den späteren Termin erhalten. Ein Beispiel hierfür ist das Jahr 2024, als die US-Stars Taylor Fritz und Tiafoe abends spielten, obwohl sie einen Tag mehr Pause hatten als Jannik Sinner (Italien) und Jack Draper (Großbritannien). Sinner gewann das Finale damals trotzdem.
Zverevs Match gegen Khachanov wird am Freitag stattfinden.
Read Also
Source: bild.de