UEFA bereitet offenbar Strafanzeige gegen FIFA-Boss Infantino vor

UEFA will Strafverfahren gegen FIFA-Boss Infantino

UEFA erwägt rechtliche Schritte

Die UEFA bereitet offenbar eine Strafanzeige gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino vor. Dies geht aus Berichten hervor, die sich auf ein 56-seitiges Dokument beziehen, das der britischen Nachrichtenagentur AP vorliegt. Die europäischen Fußballverbände erwägen demnach ein Schweizer Strafverfahren gegen Infantino und möglicherweise weitere FIFA-Funktionäre. Der Vorwurf lautet auf strafbare Misswirtschaft gemäß Artikel 158 des Schweizer Strafgesetzbuches.

Hintergrund der möglichen Klage sind gescheiterte Pläne von Infantino, zukünftige Weltmeisterschafts-Gewinne an private Investoren zu verkaufen. Die UEFA hat in diesem Zusammenhang Unterlagen bei einem Gericht in Manhattan eingereicht. Darin beantragt sie die Offenlegung potenzieller Beweismittel durch den New Yorker Investmentfonds Thrive Capital Management, der von Joshua Kushner gegründet wurde.

Kushner und Thrive Capital Management waren als Hauptinvestoren für das Projekt vorgesehen. Sie sollten der FIFA eine Summe von 4,2 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. Im Gegenzug hätten sie eine Beteiligung von 20 Prozent an einer Tochtergesellschaft erhalten, die unter anderem die Weltmeisterschaften betreuen sollte. Die Anwälte der UEFA äußerten in dem Dokument die Vermutung, dass die genannte Summe von 4,2 Milliarden Dollar ein „betrügerisch festgelegter, vom Markt abgekoppelter Preis sein könnte, den Infantino zu seinem eigenen Vorteil propagiert hat“.

Kritik an Infantinos Plänen und der Reaktion der UEFA

Die Pläne von Infantino stießen Anfang August auf massive Kritik von zahlreichen Verbänden, woraufhin er sie verwarf. Insbesondere die UEFA hatte sich gegen den Schweizer ausgesprochen und zwischenzeitlich sogar mit einem Boykott der FIFA-Turniere gedroht. Diese Drohung führte dazu, dass die FIFA der UEFA laut einem Bericht des „Guardian“ „konkrete Garantien“ in einem „privaten Schreiben“ gab. Dies geschah, nachdem die UEFA Anfang August ihre Bedingung für eine Rückkehr zu FIFA-Wettbewerben formuliert hatte, nämlich die Sicherstellung, dass „derartige Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden“.

Die FIFA hatte eine solche Zusicherung zum Rückzug des Investorenplans zunächst nicht gegeben. Erst als ein Boykott drohte, wurde sie nachgeholt. Die UEFA bezeichnete die Personalie Infantino weiterhin als offenen Punkt und fordert nach wie vor seinen Rückzug. Die Entscheidung über die Führung des Weltfußballs in den kommenden Jahren wurde von der UEFA auf die Wahl im März 2027 delegiert, für die Infantino bislang der einzige erklärte Kandidat ist.

Credit: web.de

Am Donnerstag berieten die 55 nationalen Verbandsbosse, darunter DFB-Präsident Bernd Neuendorf, und das Exekutivkomitee um Hans-Joachim Watzke in Monaco über weitere Schritte. Die UEFA äußerte sich auf Anfrage nicht zum Stand der Dinge. Die U20-WM der Frauen, die ab dem 5. September stattfinden soll, verläuft laut dem polnischen Verband planmäßig, ohne Informationen über einen möglichen Rückzug von Teams.

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Die FIFA hat einen Plan geopfert und ihren Präsidenten gerettet, während die UEFA einen Boykott, den sie nie führen musste, gegen ein „Stück Papier“ eingetauscht hat. Dies wird als ein Zugeständnis, aber nicht als eine Entscheidung über die Machtverhältnisse betrachtet. Die UEFA erwägt weiterhin rechtliche Schritte gegen Infantino aufgrund möglicher finanzieller Misswirtschaft.

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Source: web.de

Sophie Wagner
Sophie Wagner

Sophie Wagner berichtet für Welt Nachrichten über Politik: Bundestag, Regierung und die Entscheidungen, die die Menschen in Deutschland betreffen.

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