Deutsches Team trainiert im Alexander Stadium vor EM-Start in Birmingham

Vorbereitungen für die Europameisterschaften
Einen Tag vor dem Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham hat ein Großteil des deutschen Teams die Gelegenheit genutzt, im Alexander Stadium zu trainieren. Am Vormittag war ein Training für alle teilnehmenden Nationen angesetzt, was den Athleten die Möglichkeit gab, die Wettkampfstätte und die Wege, beispielsweise vom Aufwärmbereich zur Mixed-Zone, kennenzulernen.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat zudem eine Teambroschüre veröffentlicht. Diese enthält Informationen über das aktuell 114 Athletinnen und Athleten umfassende DLV-Team, den EM-Zeitplan und das „Team hinter dem Team“.
Die Europameisterschaften gelten in Jahren ohne Olympische Spiele als Saisonhöhepunkt für die europäische Elite, wodurch viele Top-Athleten an den Start gehen. Die Titelkämpfe dienen auch als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028.
Internationale und deutsche Athleten im Fokus
In Birmingham werden zehn Weltmeister und Weltmeisterinnen von Tokio 2025 sowie sechs Olympiasieger und -Siegerinnen von Paris 2024 erwartet. Zu den prominentesten Namen zählen die Weltrekordhalter Armand Duplantis (Schweden/Stabhochsprung), Karsten Warholm (Norwegen/400 Meter Hürden) und Jaroslawa Mahutschich (Ukraine/Hochsprung). Auch der italienische Olympiasieger Marcell Jakobs (100 Meter/Staffel) wird antreten.
Die deutschen Aussichten auf Medaillen sind vielversprechend, auch wenn das Ergebnis der EM 2022 in München, bei der Deutschland mit sieben Goldmedaillen und insgesamt 16 Medaillen die erfolgreichste Nation war, schwer zu erreichen scheint. Die Konkurrenz aus Großbritannien, Italien, Frankreich und den Niederlanden ist stark.
Dennoch schickt der DLV mehrere Titelkandidaten ins Rennen. Dazu gehören die Olympiasiegerin Malaika Mihambo (Weitsprung), Leo Neugebauer (Zehnkampf), Julian Weber (Speerwurf), Frederik Ruppert (Hindernis) und Amanal Petros (Marathon). Weitere Medaillenchancen werden Yemisi Mabry (Kugel), Gesa Krause (Hindernis), Emil Agyekum (400 Meter Hürden) und Robert Farken (1500 Meter) zugerechnet. Der Langstreckenläufer Mo Abdilaahi musste seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen.

Neuerungen und Kontroversen
Die Europameisterschaften in Birmingham bieten eine Rekordzahl von 51 Entscheidungen. Neu im Programm ist die 4×100-Meter-Mixedstaffel. Auch die Geher-Distanzen wurden angepasst: Anstelle der traditionellen 20 und 50 Kilometer werden nun der Halbmarathon (21,0975 Kilometer) und der Marathon (42,195 Kilometer) international Premiere feiern.
Eine schwierige Situation betrifft den deutschen Sprinter Owen Ansah. Nachdem er im Juni den nationalen 100-Meter-Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, verweigerte er Anfang Juli einen Dopingtest. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat eine vierjährige Sperre gefordert. Ansah hat nun 20 Tage Zeit, die Feststellungen der NADA zu akzeptieren oder ein Disziplinarverfahren beim Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) zu beantragen. Sein Anwalt hat mitgeteilt, dass Ansah den Vorschlag der NADA nicht akzeptieren wird. Da er nicht positiv getestet wurde, ist er nicht suspendiert und darf bis zu einem Urteil an Wettkämpfen teilnehmen, einschließlich der EM. Er ist als Europas Nummer drei über 100 Meter gemeldet, wird aber nicht in der Staffel eingesetzt. Die NADA schlägt vor, alle Wettkampfergebnisse von Ansah, die nach dem 9. Juli erzielt wurden, zu annullieren.

Das Alexander Stadium, das für die Commonwealth Games 2022 umgebaut wurde, ist mit einer Kapazität von 18.000 Zuschauern das viertgrößte Stadion in Birmingham. Die Wettbewerbe der Europameisterschaften werden von ARD und ZDF im Hauptprogramm und im Stream übertragen, zudem zeigt Eurosport die EM im Free-TV oder Stream.
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Source: leichtathletik.de