Birmingham: DLV-Athletinnen in den Vorrunden der Leichtathletik-EM

Birmingham Tag 4 | Die DLV-Athlet:innen in den Vorrunden

Leere Ränge und Münchens WM-Ambitionen

Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham finden zum ersten Mal in der Stadt statt. Obwohl die Wettkämpfe gut organisiert sind und das Stadion ansprechend wirkt, sind die Tribünen größtenteils leer. Die Kapazität des Stadions beträgt 23.000 Zuschauer.

Diese geringe Zuschauerresonanz wird als vorteilhaft für München angesehen. Die bayerische Hauptstadt bewirbt sich beim Welt-Leichtathletikverband (IAAF) um die Ausrichtung der Weltmeisterschaften in den Jahren 2029 oder 2031. Weitere Bewerberstädte sind Rom, Nairobi und London. Die mangelnde Akzeptanz der EM in Birmingham soll in London bereits für Nervosität sorgen.

München kann bei seiner Bewerbung auf andere Referenzen verweisen. Bei der Leichtathletik-EM im Rahmen der European Championships 2022 war das Olympiastadion bei den Abendveranstaltungen voll besetzt. Auch am Vormittag waren die Wettbewerbe gut besucht. Insgesamt besuchten 267.000 Zuschauer die Leichtathletik-Wettbewerbe während der EM-Woche. Das gesamte Event mit neun Sportarten zog über 1,4 Millionen Besucher an.

Die Bewerbungen für die Weltmeisterschaften mussten bis zum 5. August bei der IAAF eingereicht werden. Eine Entscheidung über die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2029 und 2031 soll im September fallen. Verena Dietl, die für Sport zuständige Münchner Bürgermeisterin, äußerte sich positiv über eine mögliche WM in München.

DLV-Athletinnen in den Halbfinals

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham zeigten mehrere DLV-Athletinnen in den Vorrunden und Halbfinals ihre Leistungen. Im Halbfinale über 400 Meter bestätigte Johanna Martin (1. LAV Rostock) ihr aktuelles Leistungsniveau. Sie lief in ihrem Halbfinale, das starke Konkurrentinnen wie Titelverteidigerin Natalia Bukowiecka (Polen) und Hallen-Weltmeisterin Lurdes Gloria Manuel (Tschechien) umfasste, eine Zeit von 51,34 Sekunden auf Rang fünf. Dies war die viertbeste Zeit ihrer Karriere. Martin zeigte sich zufrieden mit ihrer Leistung, besonders da sie zuvor leicht angeschlagen war.

Im 800-Meter-Halbfinale verpasste Smilla Kolbe (Eintracht Frankfurt) den Einzug ins Finale nur knapp. Mit einer persönlichen Bestleistung von 1:57,80 Minuten im Vorlauf trat sie in einem starken Feld an, darunter Olympiasiegerin Keely Hodgkinson (Großbritannien) und Femke Broeders-Bol (Niederlande). Kolbe zeigte einen beeindruckenden Auftritt und musste auf der Zielgeraden lediglich ihre Trainingskollegin Valentina Rosamilia (Schweiz) vorbeiziehen lassen. Nach einem Foto-Finish mit der Französin Clara Liberman, die mit einer Bestleistung von 1:58,19 Minuten das letzte Final-Ticket erhielt, belegte Kolbe den undankbaren neunten Platz und verpasste das Finale um lediglich zwei Hundertstelsekunden.

An der Spitze des 800-Meter-Rennens sicherten sich Keely Hodgkinson (1:57,38 Minuten) und Femke Broeders-Bol (1:57,46 Minuten) die direkten Finalplätze. Im ersten Halbfinale zogen auch die Britin Jemma Reekie (1:58,61 Minuten) und Anaïs Bourgoin (1:58,84 Minuten) aus Frankreich ins Finale ein. Die Mitfavoritin Audrey Werro (Schweiz) stürzte kurz vor der Zielgeraden, beendete das Rennen aber noch. Sie erhielt ebenso wie die mit ihr gestürzte Litauerin Gabija Galvydyte ein “qR”, wodurch beide ebenfalls im Finale starten dürfen. Dies bedeutet, dass zehn statt der üblichen acht Athletinnen im Finale antreten werden.

Credit: leichtathletik.de

Erfolgreiche Hochsprung-Qualifikation

In der Hochsprung-Qualifikation am Donnerstagvormittag zeigte Christina Honsel (TSV Wattenscheid 01) eine starke Leistung. Trotz einer schwierigen Saison aufgrund von Fußproblemen und einer verpassten Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften, konnte sie in Birmingham überzeugen. Honsel übersprang die geforderte Höhe von 1,91 Metern für den Finaleinzug bei jedem Versuch im ersten Anlauf. Sie gehört zu den insgesamt 15 Athletinnen, die sich für das Finale qualifizierten. Im Finale trifft sie unter anderem auf Weltrekordlerin Yaroslava Mahuchikh (Ukraine), Maria Żodzik aus Polen und die junge Serbin Angelina Topic.

Credit: leichtathletik.de

Für die Nachwuchsspringerinnen Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Dorothea Gantert (SpVg Laatzen) war die Qualifikation eine wertvolle internationale Erfahrung. Ehlers, die auch im Siebenkampf aktiv ist, übersprang zunächst alle Höhen im ersten Versuch, scheiterte jedoch an 1,88 Metern. Sie belegte mit übersprungenen 1,84 Metern den 22. Platz im Gesamtklassement. Gantert, die Deutsche Meisterin, erreichte bei ihren ersten Europameisterschaften der Aktiven ebenfalls 1,84 Meter, jedoch mit einem Fehlversuch bei dieser Höhe, was ihr den 25. Platz einbrachte. Christina Honsel äußerte sich zuversichtlich über ihre Leistung und blickt dem Finale entgegen.

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Source: leichtathletik.de

Felix Neumann
Felix Neumann

Felix Neumann schreibt für Welt Nachrichten über Wirtschaft, Unternehmen und Finanzen und erklärt Märkte und Zahlen verständlich.

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