Leichtathletik-EM: Lea Meyer äußert sich nach Kritik an Gesa Krauses Taktik

Reaktionen nach dem Hindernisrennen
Nach dem Finale über 3000 Meter Hindernis bei der Leichtathletik-Europameisterschaft gab es Diskussionen zwischen den deutschen Athletinnen Lea Meyer und Gesa Felicitas Krause. Meyer, die im Rennen stürzte, äußerte sich kritisch zu Krauses Taktik, revidierte ihre Aussagen jedoch später.
Krause, die sich während des Laufs im Windschatten aufhielt und im Schlusssprint an Meyer vorbeizog, gewann ihren dritten EM-Titel. Meyer stürzte am letzten Wassergraben und beendete das Rennen als Vierte. Nach dem Wettkampf äußerte sie sich im Fernsehen frustriert über den Ausgang und Krauses Rennstrategie.
Meyer erklärte, dass ihr bewusst gewesen sei, dass Krause dazu neigt, sich im Rennen zurückzuhalten und ihre Kräfte für den Schlussspurt zu sparen. Sie beschrieb Krauses Vorgehensweise als das „Aussitzen“ des Rennens, um dann am Ende anzugreifen.

Meyers Klarstellung in der Nacht
In den frühen Morgenstunden nach dem Rennen meldete sich Lea Meyer über soziale Medien zu Wort, um ihre zuvor geäußerten Kommentare zu präzisieren. Sie betonte, dass Gesa Krause ihren Europameistertitel verdient gewonnen habe und die beste Taktik gewählt sowie ihre Stärken ausgespielt habe. Meyer räumte ein, dass ihre eigenen Äußerungen im Interview „unprofessionell und unsportlich“ formuliert gewesen seien.
Sie erklärte, dass sie im entscheidenden Moment nicht gut genug gewesen sei, Fehler gemacht habe und ihre Taktik nicht aufgegangen sei. Dies sei ihr alleiniger Fehler gewesen. Meyer hob hervor, dass Gesa Krause und Alice Finot ihre Erfahrungen und Stärken perfekt genutzt hätten, um im entscheidenden Moment zu überzeugen. Sie bezeichnete Cleverness und Taktik als sehr entscheidende Faktoren bei einer Meisterschaft und gönne jedem den Erfolg, der diese Faktoren am Renntag perfektioniert habe.
Als Konsequenz aus ihren emotionalen Reaktionen kündigte Meyer an, in Zukunft nach solchen Rennen die Interview-Zone zu meiden. Ihr sei es wichtig, dass klar sei, dass ihre ursprünglichen Aussagen von Emotionen geleitet waren und sie jede Leistung ihrer Konkurrenz respektiere und allen den Erfolg gönne.

Krauses Reaktion und sportliche Leistung
Gesa Krause reagierte gelassen auf die Kritik an ihrer Taktik. Sie erklärte, dass die Entscheidung, die Führungsarbeit zu übernehmen, jedem Athleten selbst überlassen sei. Krause betonte, dass sie persönlich kein „Frontläufer“ sei und es eine bewusste Entscheidung sei, ihre Kräfte zu sparen, um auf dem letzten Kilometer oder in der letzten Runde Gas zu geben, besonders bei Meisterschaften.
Diese Strategie setzte Krause auch in Birmingham um. Nachdem Lea Meyer lange Zeit das Tempo im Finale vorgegeben hatte, zog Krause einen langen Schlussspurt an und sicherte sich nach 2016 und 2018 ihren dritten EM-Goldtitel. Mit 34 Jahren lieferte die WM-Dritte von 2015 und 2019 erneut eine starke Leistung ab.
Krause zeigte Verständnis für die emotionalen Äußerungen ihrer Teamkollegin. Sie sagte, dass Emotionen zum Sport dazugehören und man in solchen Situationen, in denen Adrenalin und Wut hochkommen, manchmal Dinge sage, die man später anders sehe. Krause betonte, dass sie und Meyer sich „gut in die Augen schauen und wieder an den Start gehen“ könnten, da auch solche Situationen zum Sport gehören.
Krause äußerte sich stolz über ihren Erfolg und erklärte, dass solche Momente nicht mehr so häufig kommen würden. Alice Finot aus Frankreich wurde in Birmingham Zweite, während Olivia Gürth die zweite deutsche Medaille in diesem Finale gewann.

Meyers Ambitionen und persönlicher Rekord
Trotz ihres Sturzes und der Enttäuschung über die verpasste Medaille äußerte Lea Meyer ihre Ambitionen für die Zukunft. Sie sieht sich selbst an der Spitze Europas, was ihr Leistungsvermögen angeht, und kündigte an, bis zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles große Ziele zu verfolgen. Meyer erklärte im ZDF, dass sie spätestens in Los Angeles als deutsche Rekordhalterin auftreten wolle.
Der aktuelle deutsche Rekord liegt bei 9:03:30 Minuten, aufgestellt von Gesa Krause im Jahr 2019. Meyers persönliche Bestleistung beträgt 9:09,13 Minuten. Sie betonte, dass die besten Wettkämpferinnen gewonnen hätten, aber sie sich selbst als die beste Hindernisläuferin Europas vom Leistungsvermögen her einschätze.
Meyer hatte bereits bei der WM 2022 einen Sturz am Wassergraben erlebt. Ihr Sturz in Birmingham führte dazu, dass sie hinter Gesa Krause, Alice Finot und Olivia Gürth zurückfiel.
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Source: web.de